Es dürfte klar sein was gemeint ist mit dem Geheimwissen um die Geistigen Welten… nach dieser Lektüre
DER DEN GEHEIMGESELLSCHAFTEN ZUGRUNDE LIEGENDE GEDANKE VON EVOLUTION UND INVOLUTION
GA093
Berlin, 23. Dezember 1904
Ich habe bisher in einer Reihe von Vorträgen über Geheimschulen, geheime Verbindungen gesprochen, und es scheint mir jetzt doch das Richtige zu sein, wenn ich diesen ganzen Zyklus von Vorträgen über geheimwissenschaftliche Vereinigungen abschließe, bevor wir das nächste Mal zu etwas anderem übergehen. In acht Tagen werde ich sprechen über die Bedeutung derjenigen Festtage, die sich im Kirchenjahr an Weihnachten anschließen; vor allen Dingen über das minder bedeutende Fest Neujahr und das bedeutsame Fest der Epi- phanie [werde ich sprechen], also über die Feste, welche sich an das Weihnachtsfest anschließen. Heute will ich also einen mehr abschließenden Vortrag halten. Sie könnten die Frage stellen: Worin besteht die tiefere Bedeutung solcher geheimwissenschaftlicher Vereinigungen und deren ganzer Zweck in bezug auf die Weltentwickelung? Wenn ich darauf antworten soll, so wäre es das, daß sie zusammenhängen mit der ganzen Art und Weise, wie die Wesen überhaupt sich entwickeln, wie die Wesen in der Welt einen Fortschritt machen. Wenn Sie sich entwickeln wol- len, so wissen Sie, daß dazu verschiedene Übungen nötig und vorhanden sind. Sie haben gehört von Hatha Yoga, von Rajajoga und anderen Übungen; Sie haben gehört von verschiedenen geheimwis- senschaftlichen Verbindungen, die auf die verschiedenste Weise ihre Leute eingeweiht haben und so weiter.
Dies alles, so könnte jemand sagen, wäre doch auch zu erreichen ohne solche geheime Verbindungen. Nun aber kann ich Ihnen darauf erwidern - und Sie werden im Laufe der Stunde einsehen, daß das so ist -, daß es ohne solche Verbindungen in der Welt nicht abgehen kann. Aber es ist unmöglich - um es geradeheraus zu sagen - in dem Stile, wie zum Beispiel das Manifest der Freimaurer gehalten ist, das ich Ihnen vor vierzehn Tagen vorgelesen habe, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Man kann zu dem, was man gewöhnlich unter Unsterblichkeit versteht, nicht gelangen, ohne Anteil zu nehmen an den Geheimwissenschaften. Allerdings, die Ergebnisse der Geheimwissenschaften drin- gen in der verschiedensten Weise in die Welt hinaus. In den Religionen ist ein großer Teil des Geheimwissens vorhanden, und alle diejenigen, welche in einer Religionsgemeinschaft mit innerer Anteil- nahme leben, nehmen auch teil an diesem Wissen und bereiten sich vor, der vollen Unsterblichkeit teilhaftig zu werden. Aber es ist noch etwas anderes, sich im konkreten Erleben mit vollem Bewußtsein das Wissen dieser Unsterblichkeit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit der geistigen Welt zu erhalten. Sie alle haben schon sehr oft gelebt; aber nicht alle haben ein Bewußtsein davon, daß sie so und so oft gelebt haben. Dieses Bewußt- sein werden Sie sich nach und nach erringen, und es hängt davon ab, ob man sein Leben mit vollem Bewußtsein führt. Nicht das war der Sinn des Geheimwissens, den Menschen ein dumpfes Fortleben, sondern ein volles, klares, von Bewußtsein erfülltes Fortleben im Geist als Erkenntnis zu vermitteln.
Und da gibt es ein großes Gesetz, nämlich ein Gesetz, das besagt, wovon das Fortschreiten des Bewußtseins in allen künftigen Lebensstadien abhängt. Es trägt nämlich alles dasje- nige zur Entwickelung des Bewußtseins bei, was der Mensch nicht für sich selbst allein zur Erlangung dieses Bewußtseins leistet. Es ist dies scheinbar ein paradoxer Satz: Alles dasjenige trägt zur Erhaltung [Entwickelung ?] des Bewußtseins eines Wesens bei, was dieses Wesen leistet, ohne daß das Wesen es abgesehen hat auf die Entwickelung des eigenen Bewußtseins. Denken Sie sich zum Beispiel einmal, ein Baumeister baut ein Haus. Er baut dieses Haus nicht für sich, sondern er stellt sich die Aufgabe, dieses Haus zu bauen aus einem Grunde, der gar nichts mit ihm selbst zu tun hat. Daß das in den seltensten Fällen der Fall ist, wissen Sie. Scheinbar arbeiten sehr viele Menschen nicht für sich; aber in Wirklichkeit arbeiten sie doch für sich. Nehmen Sie einen Rechtsanwalt. Scheinbar arbeitet er für seine Klienten. Ein Teil seiner Arbeit wird selbstlos sein können; aber der eigentliche Grundnerv der Sache liegt in der Erlangung des Lebensunterhaltes. Soviel nämlich bei seiner ganzen Geschäftsführung ledig- lich bestimmt ist für seinen eigenen Lebensunterhalt, so viel wie ein Geschäft nur das Mittel ist zu dem Zwecke, das Leben zu erhalten, so viel geht unweigerlich als geistiger Gewinn verloren.
Dagegen trägt alles dasjenige, was hineingebaut wird in die Objektivität, was ver- knüpft wird mit einem anderen, dazu bei, unser Bewußtsein in der künftigen Entwickelung zu erhalten. So ist das wohl klar. Nehmen Sie nun die Freimaurer. In der ursprünglichen Anlage haben sie gerade den Leuten das eingeschärft: Baut solche Gebäude, die gar nichts beitragen, gar nichts zu tun haben mit dem eigenen Unterhalt. - Dasjenige, was bis zuletzt noch geblieben ist von der alten guten Freimaurerei, das sind gewisse Wohltätigkeitsanstalten.
Es zeigt sich auch jetzt - nachdem das geheime Wissen, das lebendige Verwurzelt Verwurzeltsein in der uralten Weisheit, den Logen abhanden gekommen ist - an den noch erhaltenen Wohlfahrtseinrichtungen eine wenn auch leere, so doch durch die Tradition noch vorhandene und weitergepflegte Humanität. Das ist aber etwas, was zur Freimaurerei gehört hat: selbstlos tätig sein! Was die Freimaurerei ur- sprünglich getan hat, war, daß sie ihre Mitglieder angehalten hat, zu arbeiten im Dienste der Menschheit, hineinzubauen in die objektive Welt. Wir leben jetzt in derjenigen Runde, die wir die mineralische nen- nen können. Und unsere Aufgabe darin ist, diese ganze mineralische Welt durch und durch mit unserem eigenen Geist zu durchsetzen. Fassen Sie das einmal genauer. Sie bauen ein Haus. Sie nehmen die Bausteine von irgendeinem Steinbruch. Sie hauen sie so zu, daß sie in das Haus hineinpassen und so weiter.
Was verbinden Sie mit dem rohen Stoff, den Sie aus dem Mineralreich herausnehmen? Sie verbinden den rohen Stoff mit dem menschlichen Geist. Wenn Sie eine Maschine bauen, so haben Sie Ihren Geist in die Maschine hineingelegt. Die einzelne Maschine geht zwar zugrunde, sie wird zu Staub, sie wird einmal zermalmt sein. Keine Spur wird mehr davon vorhanden sein. Aber das, was sie geleistet hat, geht nicht spurlos vorüber,sondern geht bis in die Atome hinein. Jedes Atom trägt eine Spur Ihres Geistes und wird diese Spur forttragen. Es ist nicht gleichgültig, ob ein Atom einmal in einer Maschine darinnen gewesen ist oder nicht. Dadurch, daß ein Atom in der Maschine darinnen gewesen ist, ist das Atom verändert worden. Und diese Veränderung, die Sie dem Atom dadurch beigebracht haben, geht ihm nie wieder verloren. Das andere ist, daß Sie dadurch, daß Sie das Atom verändert haben, Ihren Geist mit der mineralischen Welt verbunden haben, daß Sie dadurch dem allgemeinen Bewußtsein einen bleibenden Stempel aufgedrückt haben. Gerade Soviel wird von uns mit hineingenommen in die andere Welt. Es ist also so, daß alle Geheimwissenschaft aus der Erkenntnis besteht, wie man außer sich selbst selbstlos handeln muß, um in sich selbst die größte Erhöhung seines Bewußtseins zu haben. Bedenken Sie, daß diejenigen, welche das sehr klar wußten, so weit selbstlos waren, daß sie dafür gesorgt haben, daß ihr Name nicht auf die Nachwelt gekommen ist.
Ein Beispiel dafür ist die «Theologia deutsch». Niemand weiß, wer sie geschrieben hat. Außen steht nur darauf: «Der Frankfurter.» Der sorgte also dafür, daß auch nicht einmal sein Name erraten werden konnte. Er hat so gearbeitet, daß er lediglich in die objektive Welt etwas hineingefügt hat, ohne selbst auf Ehre oder auf die Erhaltung des Namens irgendwelchen Anspruch zu erheben.
Um dies mit etwas anderem zu vergleichen, sei erwähnt: Die Meister sind in der Regel nicht gerade historische Persönlichkeiten, sie inkarnieren [inkorporisieren] sich manchmal, wenn es notwendig ist, in historische Persönlichkeiten; aber es ist bis zu einem gewissen Grade ein Opfer. Der Grad ihres Bewußtseins ist nicht mehr vereinbar mit einem Wir- ken für sich selbst. Und ein Wirken für sich selbst ist schon die Er- haltung des bloßen Namens. Diese Regel ist eine schwierig einzusehende. Aber Sie werden es nun begreifen, daß die Freimaurer darauf hinzielen, möglichst viel in der Welt so zu tun, daß ihre Taten eingegraben sind in den großen Domen, in gesellschaftlichen Einrichtungen und Organisationen, oder daß ihre Taten da sind in Wohltätigkeitsanstalten. Denn die selbstlosen Taten sind die eigentlichen Begründer der Unsterblichkeit: Diese ist der Reflex der selbstlosen Taten in der Außenwelt. Es brauchen keine sehr großen Taten zu sein. Wenn jemand in selbstloser Weise jemandem einen Pfennig schenkt, so ist das eine Tat, die in derselben Weise aufzufassen ist. Aber es kommt nur soviel in die Un- sterblichkeit hinüber, als Selbstlosigkeit dabei ist. Und die wenigsten sind selbstlos. Wenn es einem zum Beispiel ein Wohlgefühl verschafft, so kann das Wohltun sehr egoistisch sein. Das Wohltun entspringt häufig den selbstischen Interessen. Wenn ein Armer, der unter uns wohnt, keinen Braten zur Weihnachtszeit hat, und ich fühle das Bedürfnis, ihm auch etwas zu geben, damit ich mich bei meinem Braten gerechtfertigt fühle, so ist das eben egoistisch. Im Mittelalter konnte man von vielen Domen und Bildern nicht sagen, dieser oder jener hat sie gebaut oder gemalt. Erst in unserer Unterrasse fängt man an, einen so großen Wert mit einem einzelnen menschlichen Namen zu verbinden. Die früheren Zeiten haben einen geringeren Wert auf die einzelnen menschlichen Namen gelegt. Die Zeiten waren noch spiritueller.
Und die Spiritualität ist auf die Wirklichkeit gerichtet, während unsere Zeit auf den Schein gerichtet ist, das unmittelbar Zeitliche erhalten wissen will. Damit wollte ich Ihnen nur zeigen, worauf es solchen Geheimgesellschaften ankam. Es kam ihnen darauf an, sich selbst, soweit sie Persönlichkeiten waren, vollständig auszuschalten, und das, was sie taten, in der Wirkung ausleben zu lassen. Und nun werden Sie auch den Kernpunkt des Geheimnisses erkennen. Es handelt sich viel weniger darum, daß irgend etwas geheimgehalten wird; es handelt sich darum, seinen Anteil geheimzuhalten.
Dadurch, daß jemand seinen Anteil geheim hält, sichert er sich die Unsterblichkeit. Die Regel heißt also klar und deutlich: So viel du selbst in die Welt hinein legst, so viel gibt dir die Welt an Bewußtsein wieder zurück. - Das hängt mit den allergrößten Weltgesetzen zusammen. Sie alle haben eine Seele und Sie alle haben einen Geist. Diese Seele und dieser Geist sind einmal zu den höchsten Vollendung Stufen berufen. Aber Sie waren auch schon da, bevor Ihr physischer Körper da war; ja, Sie waren da, bevor Sie in der ersten physischen Inkarnation vorhanden waren. In physischer Inkarnation waren Sie in den vorhergehenden Rassen erst zur Zeit der hyperboräischen und polarischen Rasse vorhanden. Vorher aber waren Sie rein seelische Wesen. Und als seelische Wesen waren Sie ein Teil der Weltenseele, und als Geist waren Sie ein Teil des allgemeinen Weltengeistes. Der Weltengeist und die Weltenseele waren um Sie ausgebreitet, so wie jetzt die Natur. So wie jetzt die Mineralwelt, die Pflanzenwelt, die Tierwelt um Sie herum sind, so war um Sie herum die Seelenwelt und die Geisteswelt ausgebreitet.
Und was dazumal draußen war, das ist jetzt Ihre Seele: Sie haben das, was zuerst äußerlich war, verinnerlicht. Was heute Ihr Inneres ist, das war einmal draußen ausgebreitet. Das ist aber jetzt Ihre innere Seele geworden. Und einmal war auch der Geist so ausgebreitet. Und das, was jetzt um Sie herum ausgebreitet ist, das wird Ihr inneres Leben werden. Das, was heute Mineralreich ist, das saugen Sie auf, und es wird Ihr Inneres werden. Das Pflanzenreich wird Ihr Inneres werden; das saugen Sie auf. Sie erscheinen mit dem, was in der Natur Sie umgibt, als mit Ihrem Inneren. Nun werden Sie begreifen, wie das mit dem ersten Beispiel zusammenhängt: Sie bauen die Kirche für andere, nicht für sich selbst. Sie können eine große, schöne und herrliche Welt aufsaugen, wenn Sie sie groß, schön und herrlich machen. Etwas für das höhere Selbst zu tun, ist nicht selbstisch, weil man es nicht bloß für sich tut.
Dieses höhere Selbst wird ja vereinigt sein mit allen übrigen höheren Selbsten, so daß es gleichzeitig für alle ist. Das ist es, was die Freimaurer wußten. Der Freimaurer wußte, wenn er mit baute an der Vergeistigung der mineralischen Welt - und «bauen» heißt nichts anderes als die mineralische Welt vergeistigen -, daß dies einstmals der Inhalt seiner Seele sein wird. Das ist das Bedeutsame : Gott hat uns einstmals die Natur gemacht, die uns umgibt als mineralische, pflanzliche und tierische Natur. Diese werden wir aufnehmen. Wir können nichts dafür, daß sie da ist, wir können sie uns nur aneignen. Aber was wir selbst in der Welt verfertigen, das ist das, was durch uns selbst unser künftiges Sein darstellen wird. Die mineralische Welt als solche nehmen wir wahr; was wir aus ihr machen, das werden wir künftig sein. Was wir aus der Pflanzenwelt Machen, das werden wir künftig ebenfalls sein. Ebenso ist es mit der Tierwelt und ebenso mit der Menschenwelt. Gründen Sie eine Wohltätigkeitsanstalt oder tragen Sie etwas dazu bei, so werden Sie das, was Sie dazu beitragen, sein. Tut der Mensch nichts, was er auf diese Weise in seine Seele von außen wieder einsaugen könnte, so bleibt sie leer. Daher muß in der Menschheit die Möglichkeit da sein, daß so viel wie nur möglich die drei Reiche oder die vier Reiche der Natur - denn der Mensch gehört auch dazu - durchgeistigt werden. Das ist die Aufgabe der Geheimgesellschaften aller Zeiten gewesen: Geist in alle Außenwelt zu bringen. Sie begreifen, daß das so sein muß. Nehmen Sie ein Kind, das beginnt lesen und schreiben zu lernen.
Die Gerätschaften sind zunächst um das Kind ausgebreitet. Heute beginnt das Kind lesen zu lernen. In ihm ist noch nichts da, doch der Lehrer, die Fibel und alles son- stige ist da. Nun geht das so fort, bis das, was außen war, in das Kind hineinkommt. Und das Kind bekommt die Fähigkeit, zu lesen. So ist es auch mit der Natur. Wir werden das, was in der Natur um uns herum ausgebreitet ist, später in uns haben. Wir sind Seelen, stammen von der Weltenseele und haben sie, als sie um uns herum ausgebreitet war, eingesogen. Der Geist ist auch so eingesogen worden, und die Natur wird von uns ebenso eingesaugt werden, um als wirkende Fähigkeit in uns zu bleiben. Das ist der große Gedanke, der den Geheimgesellschaften zugrunde liegt, daß alles Fortschreiten auf Involution und Evolution beruht. Involution ist das Einsaugen, Evolution ist das Ausgeben. Zwischen diesen beiden wechseln alle Weitenzustände. Jetzt atmen Sie die Natur ein, indem Sie sie sehen, hören, riechen, schmecken. Was Sie sehen, geht nicht spurlos an Ihnen vorüber. Das Auge geht zugrunde, der Gegenstand geht zugrunde; aber das, was Sie gesehen haben, bleibt. Jetzt werden Sie verstehen, daß in gewissen Zeiten es notwendig sein kann, daß ein Verständnis für solche Dinge vorhanden ist. Wir gehen einer Zeit entgegen, in der, wie ich neulich schon andeutete, das Verständnis bis ins Atom hinein kommen wird. Man wird begreifen - auch in der populären Meinung -, daß das Atom nichts anderes ist als geronnene Elektrizität. Der Gedanke selbst ist aus derselben Substanz.Man wird in der Tat so weit kommen, noch ehe die fünfte Unter- rasse zu Ende geht, daß man imstande sein wird, bis ins Atom hinein- zuwirken. Wenn man nur erst die Stofflichkeit zwischen dem Gedan- ken und dem Atom begreifen kann, so wird man auch bald das Hineinwirken ins Atom verstehen. Und nichts wird mehr für gewisse Wirkungsarten verschlossen sein: Ich werde hier stehen und unbemerkt auf einen Knopf, den ich in der Tasche trage, drücken kön- nen, um einen Gegenstand in weiter Ferne, sagen wir in Hamburg, in die Luft zu sprengen, so wie Sie jetzt schon drahtlos telegraphieren können, indem Sie hier eine Wellenbewegung hervorbringen und sie an einer anderen bestimmten Stelle in bestimmter Weise zum Ausdruck bringen können. Das wird in dem Momente eintreten können, wo die okkulte Wahrheit, daß Gedanke und Atom aus derselben Substanz bestehen, im praktischen Leben durchgeführt sein wird.
Es ist unmöglich, sich auszudenken, was in einem solchen Falle geschehen würde, wenn die Menschheit dann nicht bis zur Selbstlosigkeit gelangt wäre. Nur durch das Erringen der Selbstlosigkeit wird es möglich sein, die Menschheit vom Rande des Verderbens zurückzuhalten. Der Untergang unserer gegenwärtigen Wurzelrasse wird herbeigeführt werden durch den Mangel an Moralität.
Die lemurische Rasse ist durch Feuer zugrunde gegangen, die atlantische durch Wasser; unsere wird zugrunde gehen durch den Krieg aller gegen alle, das Böse, durch den Kampf der Menschen untereinander. Die Menschen werden sich selbst im gegenseitigen Kampf vernichten. Und es wird das Trostlose sein - trostloser als andere Untergangsarten -, daß die Menschen selbst die Schuld daran tragen werden. Ein kleines Häuflein wird sich hinüberretten in die sechste Wurzelrasse. Dieses kleine Häuflein wird zur vollständigen Selbstlosigkeit sich entwickelt haben.
Die anderen werden alles Raffinement in der Durcharbeitung und Dienstbarmachung der physischen Naturkräfte anwenden, aber ohne den nötigen Grad der Selbstlosigkeit erlangt zu haben. Sie werden den Kampf aller gegen alle inaugurieren, und das bildet den Grund des Untergangs unserer Wurzelrasse.
Namentlich in der siebenten Unterrasse wird dieser Kampf aller gegen alle sich in der furchtbarsten Weise austoben. Starke, gewaltige Kräfte werden ausgehen von Entdeckungen, die den ganzen Erdball zu einer Art selbst funktionierendem elektrischem Apparat umgestalten werden. Auf eine Weise, über die nicht gesprochen werden kann, wird das kleine Häuflein geschützt werden. Jetzt werden Sie sich noch klarer vorstellen können, als wie es nach dem, was ich das letzte Mal darüber habe aussprechen können, der Fall war, warum gesucht wird die gute Form und wieso das Freimaurertum zu dem Bewußtsein kommt, einen Bau aufführen zu müs- sen, der der Selbstlosigkeit entspricht. Leichter kann man sich mit guten alten Formen in die Zukunft hinüberretten, hinüberretten zu dem kleinen Häuflein der neuen Menschheit, als aus dem Chaos heraus. Man kann heute leicht spotten über die leeren Formen, aber sie haben doch eine große Bedeutung. Sie sind angepaßt der Struktur unserer Entwickelung. Zuletzt haben wir es dabei doch zu tun mit notwendigen Stufen in der menschlichen Natur und der seelischen Fortentwickelung. Bedenken Sie: Wir sind in der fünften Unterrasse der fünften Wurzelrasse; noch zwei Unterrassen der fünften Wurzelrasse haben wir durchzumachen. Dann kommen sieben Unterrassen der sechsten Wurzelrasse und sieben Unterrassen der siebenten Wurzelrasse, die wir noch durchzumachen haben. Das gibt zusammen sechzehn Stufen künftiger Entwickelung. Diese sechzehn Stufen haben die Menschen noch zu durchlaufen. Derjenige, der noch etwas erfährt über die Zustände, die da möglich sind, ist in gewissem Grade eingeweiht. Die Grade entsprechen in gewisser Weise den Geheimnissen zukünftiger Rassen. Auf unserem Globus haben Sie sieben Wurzelrassen, und jede Wurzelrasse hat sieben Unterrassen. Das macht also zusammen neunundvierzig Zustände.
Auf dem nächsten Globus haben Sie wieder neunundvierzig Zustände. So bekommen Sie für die Erforschung der Geheimnisse der nächsten Entwickelungsphasen bestimmte Stufen. Nichts anderes sollten die Hochgrade der Freimaurerei ursprünglich sein als ein Ausdruck für je eine künftige Entwickelungsstufe der Menschheit. Damit ist tatsächlich etwas gegeben in der Freimaurerei, was sehr schön gewesen ist, nämlich, daß derjenige, der einen Grad erreicht hatte, wußte, wie er sich hineinzustellen hat in die Zukunft,so daß er eine Art Pionier sein konnte. Er wußte auch, daß der, welcher höhere Grade hatte, mehr wirken kann. Man kann also diese Einteilung nach Graden sehr gut machen, denn sie entspricht den Tat- sachen. Wenn also in diese Formen wieder ein neuer Inhalt mit einem neuen Wissen hineingegossen werden könnte, so wäre das sehr gut. Dann würde die Freimaurerei auch wieder durchdrungen werden von wirk- lichem Geist. Zum Gan2en gehört aber Inhalt und Form. Heute liegt die Sache aber so, wie ich gesagt habe: Die Grade sind da, aber niemand hat die Grade wirklich erlangt. Trotzdem ist es nicht unnötig, daß sie da sind. Sie werden künftig wieder belebt werden. Die fünfte Unterrasse ist eine reine Verstandesrasse, eine Rasse des Egoismus. Wir sind jetzt auf dem Höhepunkt des Egoismus. Der Verstand ist das Egoistischste, und der Verstand ist das Grundmerkmal unserer Unterrasse. Wir müssen also durch den Verstand emporsteigen zur Spiritualität, die früher dagewesen ist ... [Lücke].
Das Geheimnis des Geheimnisses also ist, daß der Mensch sein E g o geheimzuhalten versteht, daß er nicht sein Ego, sondern seine Taten als das Maßgebende betrachtet. Sein Tun und die Überwindung des Ego durch die Tat, das ist das eigentliche Geheimnis des Geheim- nisses. Das Ego soll geheimbleiben in der Tat.
Um diesen Ausgleich herzustellen, dazu werden tatsächlich blutige Kriege gehören, dann solche, die sich als volkswirtschaftliche Kriege abspielen, als Ausbeutungskriege, als Geld- und Industrieunternehmungen, als Überwältigungen, wobei man immer mehr und mehr im stande sein wird, tatsächlich durch bestimmte Vorrichtungen Menschenmassen in Bewegung zu setzen, sie einfach zu zwingen. Der Einzelne wird mehr und mehr Macht bekommen über bestimmte Menschenmassen. Denn der Gang der Entwickelung ist nicht der, daß wir demokratischer werden, sondern daß wir brutal aristokratisch werden, indem der Einzelne immer mehr Macht gewinnen wird. Wenn da nicht die Veredlung der Sitten stattfindet, so muß das zu den brutalsten Dingen führen. Das wird auch kommen, so wie die Wasserkatastrophe für die Atlantier gekommen ist.
Kurt Meyer
apis

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