Sonntag, 19. Oktober 2025

Das Wesen im Lichte

 Das Wesentliche 


“Blicken wir auf die Verkündigung alter Völker noch einmal zurück. Alle alten Völker, bis in die graue Vergangenheit der nachatlantischen Zeit, haben wohl gewußt, wie die menschliche Entwickelung verläuft. Überall, in allen Mysterienschulen wurde verkündigt, was heute wie der von der Geisteswissenschaft verkündet wird: daß der Mensch aus vier Gliedern besteht - dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich -, daß er aber aufsteigen kann zu höheren Stufen seines Daseins, wenn er durch sein Ich selbsttätig umwandelt den Astralleib in das Geistselbst - Manas -, den Ätherleib in den Lebensgeist - Buddhi -, und wenn er den physischen Leib vergeistigt zu Atman oder Geistesmensch. Dieser physische Leib, er muß in allen seinen Gliedern nach und nach durchgeistigt werden, er muß so tief in unserem Erdenleben durchgeistigt werden, daß dasjenige, was den Menschen zum Menschen gemacht hat, das Einströmen des göttlichen Odems, daß das vergeistigt wird. Und weil die Vergeistigung des physischen Leibes mit der Vergeistigung des Atems beginnt, darum nennt man den verwandelten, vergeistigten physischen Körper: Atma oder Atman - Atem: Atman.


Es sagt die Verkündigung des Alten Testaments, daß der Mensch zum Beginne seines Erdendaseins erhal erhalten hat den Lebensatem, und alle uralten Weisheiten sehen im 

Lebensatem dasjenige, was der Mensch nach und nach vergeistigen muß. 


Alle alten Weltanschauungen sahen das große, zu Erstrebende Ideal in Atman, in dem, was den Atem so vergöttlicht, daß der Mensch durchzogen wird von einer spirituellen Atemluft. 


Aber noch mehr muß vergeistigt werden am Menschen. 


Wenn sein ganzer physischer Leib vergeistigt werden soll, muß nicht nur der Atem, sondern auch das, was durch den Atem fortwährend erneuert wird, das Blut, der Ausdruck des Ich vergeistigt werden. 


Das Blut muß ergriffen werden von einem zum spirituellen treibenden Impuls. Die Mysterien des Blutes - des Feuers, das im Menschen eingeschlossen ist - hat das Christentum hinzugefügt zu den alten Mysterien. 


Die alten Mysterien sagen: Der Mensch auf der Erde, wie er in irdischer Gestalt lebt, ist aus geistigen Höhen herabgestiegen in die physisch irdische Körperlichkeit. Der Mensch hat verloren, was seine geistige Wesenheit ausmacht. 

Er hat sich umhüllt mit physischer Körperlichkeit. Aber er muß wieder zurück in die Geistigkeit, muß wieder von sich werfen die physische Hülle, muß hinaufsteigen in ein geistiges Dasein.”




GA 109 Rudolf Steiner 




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