oder warum wir Dichter wurden und das Wissen, das okkulte und die Lehre darüber gründlichst beinaheausgemerzt worden war. Es ist vorbei !
Auch wenn gar so viele so genannte Erwachte, die in Wahrheit nur politisch eine ander Richtung einschlagen derlei Worte nach wie vor verteufeln und allen ernstes Glauben sie trügen zum Erwachen der Menschheit bei, - sie sind den Versuchern anheim gefallen, sind weiterhin der Fussball der Wiedersacher . Nicht umsonst nennt sich der Dachverband PHI & PHA ..
FIFA Weltumspannend ... .. deren Netze
VIERTER VORTRAG
Berlin, 25. Februar 1904
Verehrte Anwesende! Es obliegt mir heute, die Vorträge über den
sogenannten Devachanplan oder, wie wir es deutsch nennen müssen, das Geistesland, zu Ende zu führen. Wenn Sie in theosophisehen Büchern über Devachan oder das Land der geistigen Wesenheiten lesen, so werden Sie die Schilderung finden, daß dieses
Gebiet der Geistwelt ein Gebiet der Zufriedenheit, ein Gebiet der
Glückseligkeit ist.
Es wird Ihnen gesagt, das Devachan sei das
«Land der Wonnen», das «Land des Glückes». Nun, verehrte
Anwesende, es ist sehr leicht, eine solche Schilderung mißzuverstehen und sich etwas ganz Falsches unter diesen Worten vorzustellen. Wir müssen uns klar sein darüber, daß sehr viele Menschen
dasjenige, was das Glück des Geisteslandes ist, gar nicht kennen,
daß die überwiegende Mehrzahl der Menschen das Glück und die
Zufriedenheit in Dingen suchen, von denen allerdings im Devachan
nichts mehr anzutreffen ist.
Selbst das, was sich zumeist die Menschen in religiösen Vorstellungen als Paradies ausmalen, als Land
des Glückes und der Wonne, selbst das knüpft noch so sehr an
Vorstellungen der unmittelbaren sinnlichen Wirklichkeit an, an
Vorstellungen, die aus unserer körperlichen Umgebung genommen
sind, daß wir diese Vorstellungen nicht auf das Land der geistigen
Wesenheiten anwenden dürfen. Was die Menschen sich erhoffen an
paradiesischen Freuden, was sie, anknüpfend an sinnliche Vorstellungen, als Paradies bezeichnen, das finden Sie bereits vor dem
Eintreten ins Devachan, das finden Sie im fünften Gebiete des
Kamaloka, im fünften Gebiete des Läuterungsfeuers, und zwar
gerade zu dem Ziele und zu dem Zweck, um diesen Hang zu sinnlichen Freuden und sinnlichen Begierden abzustreifen.
Was zum
Beispiel der Indianer sich vorstellt als paradiesische Jagdgründe, wo
er allen Jagdbegierden wird frönen können, das findet er bereits im
fünften Gebiet des Kamaloka. Aber gerade davon muß der Mensch
gereinigt werden, bevor er eintreten kann in die Geisteswelt.
Auf der anderen Seite sagen viele, wenn Sie hören, daß von alle dem,
was sie hier auf unserer Erde als sinnliche Wirklichkeit erleben,
nichts mehr vorhanden ist im Geistesland, daß dann das Geistes-
land nichts anderes sei als eine Illusion, eine Art von Traum, den
wir zwischen zwei Inkarnationen durchträumen. ~ Beides bedarf
einer Richtigstellung. Es bedarf der Hinführung der Vorstellungen,
die der Mensch aus seiner unmittelbar erlebten Wirklichkeit
nimmt, - zu ganz anderen und höheren Vorstellungen. Man kann
eine entsprechende Vorstellung davon gewinnen, was eigentlich
gemeint ist mit dem Land der Wonnen, dem Land der Glückseligkeit, was gemeint ist mit jener tiefen Innigkeit und geistigen Befriedigung, die wir erleben zwischen zwei Inkarnationen, wenn
man hinhört auf das, was Schüler der großen Meister durch ihre
Erfahrung schon in diesem Leben zu erzählen wissen.
Derjenige, der in diesem Leben zur Einweihung, zur Initiation
gelangt, der erfährt in sich schon in diesem Leben durch den Ein-
blick in das Geistesland etwas von dieser himmlischen Wonne, von
dieser wahren geistigen Befriedigung. Sie werden fragen: Gibt es
denn oder hat es in unseren Ländern etwas gegeben, was man Einweihung nennt? Gab es wirklich in unserer abendländischen Kultur Schüler, welche teilhaftig wurden jenes höchsten Schauens, das
uns das Geistesland eröffnet? Immer hat es die Möglichkeit gegeben, in Geheimschulen, in okkulten Schulen die Einweihung zu
empfangen. Eine Strömung okkulter Weisheit kam im 14. Jahrhundert nach Europa.
Diese Strömung, die man die rosenkreuzerische
nennt, wurde von vielen verkannt; sie muß verkannt werden von
allen denen, die sie nur von außen kennenlernen. Nur der sollte sie
von innen kennenlernen, dem durch okkulte Schulung der Einblick
gestattet wurde. Als Christian Rosenkreutz die Weisheit des
Orients nach Europa brachte, da gründete er in Europa Schulen, in
denen Schüler hinaufgebracht wurden zu den Stufen, wo das Sehen
im Devachan, das Sehen der höheren Geheimnisse möglich wurde.
Nur diejenigen, welche selbst eine Schulung erlangt haben, wissen
etwas daDeshalb flehte ich um Einsicht, und sie ward mir gegeben, ich rief den Höchsten an, und Weisheit ward meinem Geiste. Ich schätze die Wahrheit höher als alles dasjenige, was im Sinnenreiche um mich herum lebt. von zu erzählen. Alle äußere Forschung, alles, was in
Büchern verzeichnet ist, kann Ihnen keinen Aufschluß geben.
Bis Zum Jahre 1875, dem Jahre der Gründung der Theosophischen
Gesellschaft, ist überhaupt, außer in den geheimsten Lehrstätten,
über diese Dinge niemals gesprochen worden. Erst seit 1875
fühlten die Meister der Weisheit die Pflicht, der Menschheit einiges
von diesen tiefsten geistigen Wahrheiten zu übermitteln.
Noch heute finden Initiationen oder Einweihungen statt. Sie
können indessen nur stattfinden innerhalb des Geisteslandes, desjenigen Gebietes, das ich Ihnen beschrieben habe. Heute muß jeder
Einzuweihende zur eigenen Anschauung dieser höheren Geheimnisse auf dem Devachanplan kommen. Dies zwingt dazu, wenigstens eine kleine Vorstellung davon zu geben, wie derjenige empfindet und wie er umgewandelt wird, der auf dem Devachanplan
die Einweihung empfängt. Was ich Ihnen geschildert habe von jenen höchsten Wesenheiten, die aus ganz anderen Welten kommen,
um im Devachan zuerst ihre Verkörperung zu genießen, um dann
herunterzusteigen in die tieferen Regionen, in die drei Welten, diese Wesenheiten zu schauen ist derjenige in der Lage, der in diesem
Gebiete zur Initiation, zur Einweihung kommt. Wenn der Mensch
die Initiation erlangt hat, dann fängt er an, einen ganz neuen
Glauben, ein ganz neues Schauen zu gewinnen.
Er ist wirklich ein
anderer Mensch geworden. Und was für viele Menschen, die in
seiner Umgebung leben, gar nicht vorhanden ist, wovon sie niemals
eine Ahnung haben, das schaut er mit dem geistigen Auge.
Lassen Sie mich einen kurzen Abriß des Glaubensbekenntnisses
geben, welches derjenige, der eingeweiht wird, zu dem seinigen
macht. Dieses Glaubensbekenntnis wird Ihnen in einigen Wendun-
gen bekannt erscheinen. Von allen tieferen Wahrheiten ist immer
etwas in die Öffentlichkeit gekommen und in der Öffentlichkeit
exoterisch fortgepflanzt worden.
Derjenige, der eingeweiht wird, bekommt einen höheren Überblick über das, was hier in unserer physischen Wirklichkeit
geschieht. Er bekommt diesen höheren Überblick dadurch, daß er
sich außerhalb dieser physischen Wirklichkeit stellt.
Wir sind ja,
während wir in der Sinnenwelt leben, eingeschlossen in die körperliche Organisation und können nur durch unsere Augen sehen,
durch unsere Ohren hören, durch unsere übrigen Sinneswerkzeuge
wahrnehmen. Wir sind abhängig von dem, was uns unsere Sinne
vermitteln. Das hört auf durch jene höhere Schulung, die der Einzuweihende empfängt. Vor dem Einzuweihenden liegt zunächst -
ich kann das nur schildern - seine eigene physische Wirklichkeit
völlig ausgebreitet. Er sieht sich objektiv neben sich, und so, wie
wir irgendeinen anderen Gegenstand der Umgebung unserer sinn-
lichen Wirklichkeit anschauen, so schauen wir unsere eigene physische Körperlichkeit an, wenn wir eingeweiht werden. Unser
Organismus liegt vor uns wie unser eigener Leichnam. Aber auch
unser Astralkörper, unsere Begierden, Instinkte, unser ganzes sinnliches Triebleben, liegt vor uns da, und wir sprechen im Sinne der
angeführten Vedantaweisheit: «Das bist du». Wir sehen uns völlig
objektiv, mit allen Fehlern, mit dem, was wir im Leben erreicht
haben durch die verschiedenen Inkarnationen hindurch. Es ist das-
jenige, was Ihnen beschrieben wird als der Durchgang durch die
Pforte des Todes, den jeder Einzuweihende durchzumachen hat.
Er
sieht dann dasjenige nicht mehr durch die Sinne, was er sonst in der
Sinnenwelt um sich hat; er sieht in die Außenwelt vom Geisteslande her, und zwar nicht sinnlich. Er sieht aber auch in die Instinktwelt, in die Welt des Karma, der Leidenschaften, in die Welt, wo die
menschlichen Triebe sind, in dasjenige, was die Menschen in Streit
und Hader bringt, was sie erfreut und was ihnen Lust bereitet in
dieser physischen Wirklichkeit; da sieht er hinein so, wie ein
Fußgänger, der auf einem hohen Berge steht und in eine Gebirgslandschaft hineinsieht.
Und weil er sich erhoben hat über die Sinnlichkeit, weil er um
sich nur eine Welt des reinen Geistes hat, deshalb sieht er auf der
anderen Seite diejenigen Wesenheiten, die geistiger Natur sind, und
er vernimmt etwas von dem, was man göttliche Weisheit nennt.
Die göttliche Wesenheit selbst ist der Vatergeist aller Religionen;
ihn kann niemand in seiner ureigensten Gestalt sehen. Das Höchste
bleibt unoffenbar, selbst für die geöffneten geistigen Augen. Aber
eine Vorstellung von dem, was schafft und wirkt in der Welt, die
erhält der Eingeweihte. Er wird geführt vor die schaffenden, göttlichen Kräfte.
Dann spricht er zum ersten Male das Wort aus Überzeugung, aus unmittelbarer Anschauung heraus,
das Wort, das ihm vorher als Glaube beigebracht worden ist:
[«Ich bin Brah-man»].
Wird der Einzuweihende nunmehr durch die enge Pforte
geführt, wo ihm das physische und das astrale Leben objektiv gezeigt wird, dann ertönt das Wort des einweihenden Priesters: Denjenigen, welche schon haben, denen wird viel gegeben werden, und
denjenigen, welche noch nicht haben, denen wird auch das genom-
men, was sie schon haben. Das ist der InitiationsSpruch, der bei
der ersten Pforte der Enweihung ertönt. Sie finden ihn auch in der
Bibel, wie manchen Spruch, der aus der ägyptischen Priesterweisheit genommen ist.
Diejenigen, welche haben, das sind die, denen
bereits der Geist aufgegangen ist, um geistig zu fühlen, geistig zu
empfinden. Diejenigen aber, die an diese Pforte kommen und
keinen Glauben und keine Empfindung vom Geistigen haben,
denen wird auch das Verlangen nach geistiger Erkenntnis genom-
men.
Wehe dem, der unwürdig an diese Stätte kommt, der neugierig sich zugedrängt hat; ihm gegenüber ertönt eine andere Stimme,
die wieder eine symbolische Bedeutung hat.
Der Mensch erfährt nunmehr, was universeller Geist ist, univer-
selle Seele. Wir Menschen denken über die sinnlichen Dinge nach,
aber der Geist, der in uns lebt, den wir als Gedanken in uns erfahren, der den Gegenstand unseres Nachdenkens bildet, das ist der-
selbe wie die Weisheit, aus der die Welt aufgebaut ist. Wir könnten
nicht die Welt mit ihren Gesetzen erkennen, wenn sie nicht aus
diesen geistigen Gesetzen aufgebaut wäre. Die Theosophie lehrt,
daß das, was im Menschen als Geist, als Manas lebt, wesensgleich
ist mit dem, was im großen Universum lebt, mit Mahat. Der Manas
des Menschen saugt die Weisheit aus dem Manas des Universums,
aus Mahat. Oder sollte ein Mensch glauben, daß die Gesetze, die
wir am Himmel wirksam sehen, nach denen sich die Sterne bewegen, nur in seinem Verstände eine Bedeutung haben? Der Mahat
des gestirnten Himmels ist das Verstandes und Vernunftelement
draußen in der großen Welt, und was Sie davon erfahren, ist
Manas, das Verstandes- und Vernunftelement der kleinen Welt.
Nun steigt der Allgeist, der Universalgeist, auf den Einzuweihenden herab.
Der Einweihungspriester spricht die Worte: Dies
ist mein vielgeliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.
- Der Betreffende, nunmehr Eingeweihte, weiß, was Weltengeist
ist. Dann kann er den Glauben an den schöpferischen Weltengeist
aus eigener Überzeugung aussprechen und sagen: Ich glaube an
den göttlichen Vatergeist, der das Geistige, das auch das Himm-
lische genannt wird, und das Körperliche, das Irdische, gemacht
hat. — Im christlichen Glaubensbekenntnis heißt es: Ich glaube an
Gott, den allmächtigen Vater, der Himmel und Erde geschaffen
hat.
Und dann ist dem Menschen eines klar geworden: daß er
selbst in Wahrheit und Wirklichkeit seinen Ursprung aus dem-
selben universellen Weltengeist genommen hat, der ihm hier im
Geisteslande entgegentritt.
Er weiß, daß er zur Tiefe heruntergestiegen ist in die sinnlich-physische Materie; er weiß aber auch,
daß er heruntergestiegen ist aus göttlichen Welten und aus dem
Geist stammt. Er weiß, daß er die geistige Wesenheit, die er in
sich tragt, aus dem Borne des göttlichen Vatergeistes selbst erhalten hat, daß er ein Strahl ist aus der Sonne des göttlichen Vatergeistes. Das wird er gewahr als eine wirkliche göttliche Kraft, als
etwas, das er erfährt und von dem er unmittelbare Gewißheit hat.
Er fängt an, einen neuen Glauben an die Menschheit zu gewinnen.
Die Menschheit wird ihm zum eingeborenen Sohne Gottes, zu
dem Sohne, von dem er in seinem Glaubensbekenntnis spricht:
Ich glaube an den göttlichen Ursprung der Menschheit - an den
Gott im Menschen selbst, wie die ägyptische Priesterweisheit das
ausgedrückt hat - oder an den Christus im Menschen, der heruntergestiegen ist aus himmlischen Welten.
Und dann wird ihm klar,
daß der Mensch, bevor diese Zeiten in der Erdenentwickelung
herangekommen waren, diese Zeiten, in denen wir jetzt leben,
diese Zeiten, in denen die Menschen durch ihre Sinne wahrnehmen, in der ihre sinnlichen Triebe sie zu ihren Handlungen
veranlassen -, es wird ihm klar, daß der Mensch, bevor er herabgestiegen ist in diese Sinnessphäre, in einer anderen, in einer rein
geistigen Sphäre war.
Der Schüler hat jetzt das Geistesland kennengelernt,
und er weiß, daß dieses Land das Land war, in dem der Mensch seinerzeit
war als eingeborener Sohn Gottes, er weiß, daß der Mensch geboren ist aus jungfräulicher Geistmaterie - Maria oder Maja -, und er
weiß, daß der Geistmensch Christus herabgestiegen ist in die sinnliche Materie, er weiß, daß dieser Geistmensch in jedem von uns
enthalten ist und sich nach und nach durch die verschiedenen Inkarnationen entwickelt, er weiß, daß dieser Geistmensch von sinnlicher Körperlichkeit umgeben lebt, im physischen Körper lebt.
Die Dinge der äußeren Welt wirken sinnlich auf unseren Körper
ein und bauen uns unsere Augen, unsere Ohren und die anderen
Sinnesorgane auf. Innerhalb dieser körperlichen Sinnlichkeit leben
wir und lassen die Welt in uns eindringen.
Durch die Sinnesorgane
schauen wir wie durch Fenster auf die äußere Welt; wir sind
eingeschlossen in die sinnliche Materie und deshalb durch sie
beschränkt.
Rein und geistig ist der Christus, der in die Menschen einzieht;
jungfräuliche Geistmaterie ist er. Nun ist er herabgestiegen in die
zusammengezogene, sinnliche Materie. Diejenigen, die esoterisch
sprechen, nennen das das Wasser oder das Meer.
So heißt es zum
Beispiel in der Genesis: Der Geist Gottes schwebte über den Wassern. - Das bedeutet, der Geist schwebt über der Materie. Man
nennt diese Materie griechisch auch «Pontos Pyletos», wörtlich
zusammengezogenes Meer.
Der Mensch ist eingezogen in diese
zusammengezogene Materie, die seine Organe gebildet hat. Da-
durch ist aus dem tätigen Wesen im Geisteslande ein Wesen geworden, welches passiv die Eindrücke durch die Sinnesorgane von
außen empfängt: Passiv ist der Mensch geworden, ein Pontos
Pyletos.
Das unterscheidet das Anschauen in der geistigen Welt
von dem Anschauen in der Sinnenwelt. Wenn wir in der geistigen
Welt einen Gegenstand vor uns haben wollen, dann haben wir
zuerst den Gedanken, und diesen Gedanken bildet der Geist im
Geisteslande, das heißt, die Abbilder zu allem Schaffen findet der
Mensch im Geisteslande. In der sinnlichen Welt nimmt der Mensch
leidend auf, passiv geworden ist der Mensch. Wir alle sind passiv geworden,
gleichsam leidend in der zusammengezogenen Materie.
Das war das ursprüngliche Bekenntnis des ägyptischen Priester-
glaubens.
Das ist das Symbolum, daß der Christus zu der Menschheit herabgestiegen ist, daß er Materie angenommen hat und passiv
leidend wurde in dem zusammengezogenen Meer, in dem Pöntos
Pyletos. Im Laufe der Zeit ging dies in das Christentum über, und
dadurch, daß das Wort Pöntos Pyletos gründlich mißverstanden
wurde, ist die mißverständliche Stelle im christlichen Glaubensbekenntnis entstanden, die heißt: «gelitten unter Pontius Pilatus», die
nichts anderes ist als die angeführte Stelle des Glaubensbekenntnisses der ägyptischen Priester.
Leidend ist der Mensch geworden;
er ist nicht mehr aktiv, sondern passiv. Das ist derjenige Glaubens-
artikel, der im okkulten Symbolum die sogenannte Mensch-
werdung bedeutet.
Hat nun der Einzuweihende erkannt, was in diesen tiefen Wahr-
heiten gesagt ist, dann sieht er sich solange um in der objektiven,
sinnlichen Wirklichkeit, bis er in sich selber klar geworden ist, daß
er nunmehr heruntersteigen kann in diese Sinnlichkeit, um aus
Pflicht und in hingebender Selbstaufopferung innerhalb der sinnlichen Wirklichkeit zu wirken. Wenn er so weit ist, daß er nicht
mehr die sinnlichen Triebe zu befriedigen sucht, sondern diese nur
benutzt, um innerhalb der sinnlichen Welt zu wirken, dann ist er
selbst ein Eingeweihter, dann ist er initiiert, dann hat er die feste
Sicherheit, daß er durchschauen kann die allgemeine Weltengerechtigkeit. Früher lebte er in der Sinneswelt eingeschlossen, und unklar war ihm das Rätsel von Geburt und Tod, das Rätsel des ewigen Werdens. Jetzt ist ihm klar, daß er ewig ist und erhaben über
Geburt und Tod. Er sieht dasjenige, was veränderlich ist und
gleichzeitig die urewige Weltengerechtigkeit, die wir in der theoso-
phischen Sprache Karma nennen. Er ist zu einem Weisen geworden
in Weltengerechtigkeit, er kann richten über Leben und Tod, oder,
wie es bei den ägyptischen Eingeweihten heißt, über Geburt und
Tod. Und jetzt glaubt er an die erhabene Gemeinschaft der leibbefreiten Geister. Nur in der sinnlichen Welt sind wir getrennt, (Individualisiert * in die Teilung dual gegangene Geister - Anmerkung apis) im
Devachan sind wir eine Gemeinschaft der leibbefreiten Geister.
Das christliche Glaubensbekenntnis drückt das so aus, daß es sagt:
Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen. Aus dem esoterischen Bekenntnis der ägyptischen Eingeweihten ist das christliche
Glaubensbekenntnis erwachsen, das eine ganz esoterische Sprache
spricht. Es ist zum Teil aus mißverstandenen Symbolen, zum Teil
aus esoterischen Sprüchen übersetzt, die die Einzuweihenden als
unmittelbares Wissen im Devachanlande empfangen haben.
Nun wird Ihnen aus dieser Auseinandersetzung etwas klarer
geworden sein, was man meint mit dem Lande der Wonnen und
der Glückseligkeit.
Es ist die Wonne der Unbegrenztheit, der ewigen Tätigkeit, des ewigen Wirkens. Warum kann uns alles das, was
uns in der physischen Welt bedrückt, im Devachan nicht mehr
bedrücken? Nicht deshalb ist Devachan ein Land der Glückseligkeit, weil uns dort Wonnen zuteil werden, wie sie der Mensch in
seiner Sinnenwelt verlangt und begehrt, sondern deshalb, weil er
frei ist von Körperlichkeit, frei ist von dem, was nach sinnlichen
Gelüsten verlangt, frei ist aber auch von dem, was ihn begrenzt,
und weil es ihm möglich macht, auf das, was sonst von außen auf
ihn wirkt, zurückzuwirken. Was uns begrenzt in der sinnlichen
Welt, ist entfernt, was uns Schmerz machen kann, ist nicht mehr
da. Denn wodurch entsteht der Schmerz? Dadurch, daß auf unseren Astralkörper oder auf unseren physischen Körper Eindrücke
gemacht werden. Diese Körper haben wir abgelegt, wenn wir im
Devachan sind; es ist der Grund weggefallen zu den Schmerzen
und zu den Unlustgefühlen, die wir in der physischen Welt er-
leben. Weil niemand mehr egoistisch sein kann, kann auch niemand
mehr egoistische Freuden verlangen; weil niemand mehr einen
Astralkörper hat, ist man frei von allem, was seine eigene Persön-
lichkeit bedrücken kann. Deshalb erkennt man das Devachan als
das «Land der Wonne», das «Land der Glückseligkeit».
Ich habe gesagt, daß gerade im dritten Gebiete des Devachan
uns offenbar wird jeglicher Schmerz, jeglicher Seufzer der Kreatur,
daß wir alles das wahrnehmen können, was hier auf der Erde vorgeht an Schmerzen und Leiden, was sich abspielt an Leidenschaften
und Begierden. Aber wir nehmen es so wahr, wie wir die Objekte
Hier in der Sinnenwelt wahrnehmen - eine Wahrnehmung, welche
nicht so stark und nicht so grell ist, daß sie uns Schmerz verursacht.
Es ist auch nicht so, wie wenn wir einen Gegenstand betasten,
befühlen, der einen hohen Temperaturgrad hat, daß wir uns ver-
brennen - kurz, wir nehmen wahr, ohne daß wir egoistische
Schmerzen oder persönliche Lust empfinden. Wir sehen die Gesamtheit aller Schmerzen, aller Leiden an, und wir stehen als geistige Wesenheiten darüber und fühlen, daß wir mitzuarbeiten haben
daran, diese Schmerzen zu lindern oder zu mindern.
Es ist uns ganz
gleich, ob dieser Schmerz oder diese Lust uns angehört oder ande-
ren. Unsere Persönlichkeit ist abgestreift; die Schmerzen sind nicht
mehr persönlich. Es ist die Ursache weggefallen, aus der für uns
persönliches Leid entstehen konnte. Weil wir entkörpert gleichsam
frei sind von allem, was uns bedrücken konnte, deshalb nennt man
das Devachan das Land der Wonne, deshalb muß die Glückseligkeit im Devachan als eine solche beschrieben werden, die sich mit
nichts vergleichen läßt, was hier in der sinnlichen Wirklichkeit vor
sich geht. Nur derjenige weiß, was diese «Wonnen» des Devachan
bedeuten, der als ein Eingeweihter selbst schon hier in dieser
physisch-sinnlichen Verkörperung Erfahrungen gemacht und
Kunde und Weisheit von diesem Devachan erhalten hat.
Alles dasjenige, was uns vom Devachanlande erzählt wird,
stammt aus den Erfahrungen und den unmittelbaren Beobachtun-
gen und aus den Einblicken solcher Eingeweihter, die gelernt
haben, selbst aktiv tätig zu sein innerhalb des geistigen Daseins.
Diese haben auch gelernt, daß es die größte Illusion wäre, davon zu
sprechen, daß das Leben im Devachan zwischen zwei Verkörperungen eine Illusion sei. Das ist gerade die Illusion, daß wir das
Leben im Devachan als eine Illusion, als einen Traum betrachten.
Und in der Tat: alles wirkliche Leben stammt aus dem Devachan.
Und nur deshalb, weil es die Aufgabe des irdischen Daseins ist, die
Menschen in ihrer geistigen Tätigkeit herunterzuführen bis in die
irdische Welt, muß der Christus im Menschen, in sinnlicher Verkörperung erscheinen.
Deshalb ist nach dem Ausspruch Piatos, des
großen griechischen Philosophen, die Weltseele in Kreuzform durch
das Universum gelegt und über den irdischen Welt Leib
ausgespannt. Das hat Plato gesagt. Es ist ein Symbolum, das der
Eingeweihte kennt in seiner tiefsten Bedeutung.
So, wie das Instrument, das Werkzeug, den Werkmeister
braucht, so braucht unser physisches Dasein die geistige Welt,
damit die geistige Welt der Baumeister am physischen Leib sein
kann.
Wie niemals zum Beispiel ein Hammer ohne Einfluß geistigen Nachdenkens entstanden wäre und niemals gebraucht werden
könnte von einem Wesen, das nur physische Kräfte hätte und nicht
nachdenken könnte, so könnte auch der Mensch seine Aufgabe
nicht erfüllen, wenn er nicht immer wieder aufsteigen würde in das
Geistesland und sich dort immer wieder die Kräfte holen würde,
um in der sinnlichen Wirklichkeit zu wirken. In dasjenige Land
steigt er, wo er Kunde der reinen Geistigkeit erhält, wo er lernt,
wie die geistigen Kräfte wirken, ohne daß sie passiv werden innerhalb der Sinne, wo er lernt, frei die Flügel zu entfalten und zu
wirken. Dann kann er wiederum verkörpert, leidend werden in der
zusammengezogenen Materie des irdischen Daseins, im Pöntos
Pyletös. Von Inkarnation zu Inkarnation wandert der Mensch;
immer wieder zieht er ein in den Pontos Pyletös; immer wieder
wird der Geist gekreuzigt in der Materie.
Niemals kann der Theosoph materialistisch sein - auch nicht in
kleinstem Anfluge - und in der physischen Welt das Ganze des Daseins erblicken. Und namentlich, wenn er in der Lage ist, eigene Be-
obachtungen im Lande des Geistes zu machen, wird er zu der Erkenntnis kommen, daß Askese wirklichkeitsfeindlich wäre. Was der
Mensch als geistiges Wesen für eine Aufgabe hat, das wird uns klar
im Geisteslande. Die irdische Welt, in der wir leben, ist der uns zugewiesene Aufenthaltsort während unserer gegenwärtigen Evolution. Und was wir aus dem Geisteslande holen, das sollen wir zum
Segen dieser irdischen Welt anwenden.
Damit wir auf dieser Erde
wirken können, deshalb werden wir immer wieder zwischen zwei
Inkarnationen mit neuen Aufträgen aus dem Geisteslande versehen.
Verehrte Anwesende, wir haben nun die Gebiete der drei Welten durchwandert. Drei Welten sind es, in denen der Mensch lebt:
die irdische Welt, die seelische oder astrale Welt und die geistige
Welt oder Devachan.
Hier in diesem Dasein lebt der Mensch in allen drei Welten.
In jedem sinnlichen Menschen ist auch ein
seelischer Mensch und ein geistiger Mensch enthalten. Bewußtsein
hat allerdings der Mensch nur innerhalb des Sinnlichen, aber wir-
ken tut in ihm der astrale und der geistige Mensch ebenso; in jedem
Menschen ist auch die Seele und der Geist wirksam.
Das Bewußtsein des Menschen erwacht zwischen zwei Inkarnationen im
Kamaloka, im Seelenlande; dann wird der Mensch sehend, er wird
erweckt zwischen zwei Inkarnationen - je nach der Entwicklungsstufe, je nachdem, was er mitbringt aus dieser irdischen Inkarnation - im Devachan, im Geisteslande, um wiederum zurück zu kehren in die astrale Welt, um sich mit Astralmaterie zu umkleiden
und wiederum inkarniert zu werden in der physischen - sinnlichen (* 5 Sinne ) Wirklichkeit.
Das ist der Gang, die Pilgerschaft des menschlichen Geistes.
Aus dem Geisteslande stammt die menschliche Wesenheit. Jungfräuliche Materie war es ursprünglich, aus welcher der Mensch, als
er noch im reinen Geisteslande lebte, sich selbst einen Leib bildete.
Diesem unserem irdischen Zustande ist vor langer Zeit ein anderes
Leben auf unserer Erde vorangegangen. Da waren die Menschen
noch reine Geister, da war nur geistige Wirklichkeit vorhanden.
Dann stieg der Mensch zunächst herab in das astrale Dasein, noch
nicht bis zur physischen Wirklichkeit.
Er war damals noch der
Adam-Kadmon, jene «reine» Wesenheit, in der noch nicht die
physische Triebwelt vorhanden war.
D a n n kam dasjenige, was in der Genesis so wunderbar symbo-
lisch ausgedrückt wird, wo es heißt: Jehova formte den Menschen
aus einem Erdenkloß und blies ihm ein den lebendigen Odem.
Der Geist bekam sinnlichdichte Materie und damit zugleich das
ganze Dasein der physisch-sinnlichen Wirklichkeit. Der Mensch
war bis dahin in einer Art von Unterbewußtsein.
Das wache Bewußtsein, das wir heute haben, dieser Verstand, durch den wir die
Dinge erwägen und mit dem wir uns orientieren in der physischen
Welt, ist dem Menschen erst geworden mit dem Heruntersteigen in
die sinnliche Welt; zugleich mit der niederen sinnlichen Wirklichkeit
hat der Mensch die Vernunft bekommen.
Dies ist wiederum in der Genesis in symbolischer Weise dargestellt
als die Schlange; sie beschenkt die Menschheit mit dem irdischen Verstände.
Der tiefste Punkt in der Menschheitsentwicklung ist derjenige,
wo Geburt und Tod stattfinden, wo das Unsterbliche des Men-
schen immer hindurchschreiten muß durch die Pforte des Todes.
Dies wird in der nächsten Epoche abgelöst werden, dann wird der
Mensch, ähnlich wie in der vorhergehenden Epoche, nur noch
Astralwesen sein; und dann wird die letzte Epoche kommen, wo
der Mensch nur ein geistiges Dasein haben wird.
So lehrt uns gerade die Betrachtung des Devachan, wie alles in
der Welt, im großen und im kleinen, in einer Entwicklung steht,
wie alles Dasein aus dem Geiste kommt, durch die sinnliche Wirk-
lichkeit hindurchgeht, um wieder zum Geistigen aufzusteigen. Die
Betrachtung dieses höheren, geistigen Gebietes zeigt uns, daß
dasjenige, was wir Tod nennen, was wir Vergehen nennen, nichts
weiter ist als ein vorübergehender, fast ein illusionärer Zustand
einer Weltepoche, daß es nicht etwas ist, was Dauer haben kann.
Die Überzeugung, die Klarheit, das Wissen darüber, daß der
Mensch aus höheren Gebieten gekommen ist und daß er zu
höheren Gebieten wieder gehen wird, das ist es, was uns die Kraft
gibt, daß wir nach und nach, wenn wir in der Theosophie vor-
schreiten, alles nachempfinden können, was ein Initiierter des
frühen Christentums - Paulus - empfunden und mit den Worten
ausgedrückt hat: Tod, wo ist dein Stachel?
Andererseits soll man aber auch niemals das irdische Dasein
verachten. So, wie die Biene den Honig in den Bienenstock hinein-
trägt, so haben wir aus der irdischen Welt den Honig zu saugen
und ihn hinauf zu tragen in die geistige Welt. Wir finden uns aber
nur zurecht, wenn wir wissen, welches die Grundkräfte unseres
Daseins sind. Aus diesem Grunde habe ich die Vorträge über das
Devachangebiet gehalten. Nur eines konnte mich bewegen, diese
Vorträge zu halten, von denen ich weiß, daß sie leicht mißverstanden werden können, das ist ein Satz, den die Verfasserin des theosophischen Grundbuches «Licht auf den Weg» geschrieben hat:
Und so du die Wahrheit erkannt hast, so darfst du sie nicht für dich
behalten. - Wer die Wahrheit erkannt hat, darf sie nicht für sich
behalten. Und wer sich berufen fühlt, sie zu sagen, der muß sie
sagen, gleichgültig, wie sie aufgenommen wird. Hoher als alles
andere ist der Ruf aus der geistigen Welt, wenn wir ihn einmal
vernommen haben. Dieser Ruf erweckt in uns ein Bewußtsein, das
ganz anders ist als alles Bewußtsein, das wir uns aus dem sinnlichen
Dasein kennen. Und dann können wir aus der Anschauung des
Geisteslandes heraus einen Spruch Salomons zu unserer Devise
machen:
Deshalb flehte ich um Einsicht, und sie ward mir gegeben, ich rief den Höchsten an, und Weisheit ward meinem Geiste. Ich schätze die Wahrheit höher als alles dasjenige, was im Sinnenreiche um mich herum lebt.
Der Weise schätzt die Weisheit höher als alle sinnlichen Reiche,
die um ihn herum sind. Deshalb versucht er es, diese Weisheit zu
verkündigen. Das soll eine Rechtfertigung dessen sein, was mich
bewogen hat, über dieses subtile Gebiet des Daseins zu sprechen,
obgleich ich weiß, wie diese Dinge mißverstanden werden können
und wie schwierig es ist, darüber in einer einigermaßen verständli-
chen Sprache zu sprechen. Aber wenn wir diesen Ruf empfunden
haben, dann lassen wir im Sinne der salomonischen Weisheit ihn
austönen in die Worte:
Propter hoc optavi et datus est mihi sensus et invocavi et venit in me Spiritus sapientiae et praeposui illam regnis et sedibus et divitias nihil esse duxi in comparatione illius.
Eingestellt und erstellt von Kurt Meyer,- apis . Mit * und klammern versehenen Textbereiche sind Anmerkungen von mir !
Die Quelle des ganzen kann vom Suchenden leicht gefunden werden ! Ist sie letztlich dochauch in Ihm !


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen